{"id":42,"date":"2016-02-13T10:15:22","date_gmt":"2016-02-13T10:15:22","guid":{"rendered":"http:\/\/otullius.com\/?page_id=42"},"modified":"2016-04-30T12:25:20","modified_gmt":"2016-04-30T12:25:20","slug":"geschichte-legenden-historie-zum-jakobsweg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/otullius.com\/?page_id=42","title":{"rendered":"Geschichte &#8211; Legenden &#8211; Historie zum Jakobsweg"},"content":{"rendered":"<p><strong>Was ist der Jakobsweg?<\/strong><br \/>\nAls Jakobsweg (spanisch Camino de Santiago) wird der Pilgerweg zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Galicien, Spanien bezeichnet. Der wichtigste Teil, im 11. Jahrhundert entstanden, ist der sogenannte Camino Franc\u00e9s, der die K\u00f6nigsst\u00e4dte Pamplona, Estella, Burgos und L\u00e9on miteinander verbindet. Ein Pilgerf\u00fchrer des 12. Jahrhunderts nennt f\u00fcr den franz\u00f6sischen Raum vier weitere Wege, die sich im Umfeld der Pyren\u00e4en zu einem Strang vereinigen. Es entstand ein grosses Wegenetz in ganz Europa, die alle zum gleichen Ziel nach Santiago f\u00fchren. Nach der Wiederbelebung der Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela in den 1970er Jahren wurden der spanische Hauptweg 1993 und die vier franz\u00f6sischen Wege 1998 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen.<\/p>\n<p><strong>Jakobus auf der iberischen Halbinsel ?<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Prophezeiung, dass er nach seinem Tod Unz\u00e4hlige zum Christentum bekehren w\u00fcrde soll Jakobus vor allem auf der iberischen Halbinsel missioniert haben.<\/p>\n<p>Wenn auch nach heutigem Forschungsstand historisch kein Anhaltspunkt f\u00fcr die Vermutung existiert, dass sich Jakobus d.\u00c4. tats\u00e4chlich auf der Iberischen Halbinsel aufgehalten hat, ranken sich besonders dort zahlreiche Legenden um den Apostel Jakobus.<br \/>\nBeispielsweise besagt eine Legende vom Apostel Jakobus, dass die Jungfrau Maria zu der Zeit, als der missionierende Apostel Jakobus auf der iberischen Halbinsel gepredigt haben soll bevor er nach Jerusalem zur\u00fcckfuhr dem Missionar mit einem Boot hinterher gereist sei, um ihn bei seinen Predigten zu unterst\u00fctzen. Die Gottesmutter Maria habe ihr Boot an der K\u00fcste von Galizien \u2013 genauer in der Gegend von Muxia angebunden und das Boot habe sich zu Stein verwandelt. Das Boot blieb entsprechend f\u00fcr immer an jenem Ufer festgebunden, das bis heute Ziel f\u00fcr viele Wallfahrer in Galizien ist.<\/p>\n<p>In einer anderen \u00dcberlieferung hei\u00dft es, dass der Apostel Jakobus w\u00e4hrend seiner Pilgerreise auf der iberischen Halbinsel so wenig Missionars-Erfolg vorweisen konnte, dass er eines Tages mutlos und verzweifelt am Ufer des Ebro (im Gebiet des heutigen Saragossa) gesessen habe. Bei seinem Entschluss, die Mission abzubrechen, soll ihm die Jungfrau Maria erschienen sein und ihm ihre Unterst\u00fctzung zugesichert haben.<\/p>\n<p>Eine weitere Legende besagt, dass der Leichnam des Jakobus durch die Hilfe von zwei Freunden gestohlen und nach Jaffa gebracht worden sei. Mit einem Schiff und einer unsichtbaren Besatzung aus Engeln soll Jakobus sieben Tage lang auf dem Meer unterwegs gewesen sein, bis es an der K\u00fcste Galiziens bei Iria Flavia strandete. Dort wurde der mit Muscheln \u00fcberdeckte Leichnam zun\u00e4chst auf einen Ochsenkarren verladen und dort, wo der Karren eine Ruhepause einlegen und sich niederlegen w\u00fcrde wollte man den Apostel begraben\u2013 das \u2013 so die \u00dcberlieferung &#8211; war Castro Lupario, eine Enklave im damaligen Hoheitsgebiet des Bischofs Teodomir, Iria Flavia, dem damaligen Bischofssitz. In Castro Lupario wohnte analog des Jakobsbuchs Liber Sancti Jacobi eine Matrone namens Lupa, welche die J\u00fcnger des Jakobus, die den Leichnam ihres Meisters \u00fcbers Meer von Pal\u00e4stina nach Galizien gebracht hatten, baten, ihnen das Grundst\u00fcck ihres Besitzes, das letztendlich Compostela werden sollte, zu \u00fcberlassen, um den Apostel dort zu bestatten. Frau Lupa, die bislang der G\u00f6tzenverehrung fr\u00f6nte, wurde nach verschiedenen Ereignissen zum Christentum bekehrt und \u00fcberlie\u00df den J\u00fcngern ihr Grundst\u00fcck, um dort den Apostel zu begraben.<\/p>\n<p>Die J\u00fcnger des Jakobus bestatteten den Apostel auf einem Grundst\u00fcck, das letztendlich Santiago de Compostela &#8211; (Sant Jago \/ Sanctus Iacobus &#8211; Heiliger Jakob), und Compostela &#8211; (campus stellae \u2013 Sternenfeld) und durch den Jakobus-Kult geistiges Zentrum des Landes im Kampf gegen die Mauren werden sollte.<\/p>\n<p>Jakobus wurde als Schutzheiliger im Kampf gegen die Ungl\u00e4ubigen angerufen, war analog der Legende \u201ehimmlischer Mitk\u00e4mpfer\u201c gegen die Mauren, wurde nach Vertreibung dieser von der iberischen Halbinsel Symbolfigur der Reconquista.<\/p>\n<p><strong>Santiago de Compostela<\/strong> wurde im 9.Jh. zur Wallfahrtsst\u00e4tte, Jakobus d.\u00c4. der Schutzpatron von Spanien und auch ganz allgemein der Schutzpatron aller Pilger und Wallfahrer.<\/p>\n<p><strong>Ohne die eine oder andere \u00dcberlieferung w\u00fcrde es heute keinen Jakobsweg geben\u2026..<\/strong><\/p>\n<p>Ein Jakobsweg wird traditionell gerne als <strong>Sternenweg<\/strong> bezeichnet. Nach den alten Vorstellungen stellen die Sterne der Milchstra\u00dfe den Weg der Seelen dar. Das Licht der Sterne ist eine Art Kompass, der wiederum den Weg \u201ezum Paradies\u201c zeigt. Fr\u00fcher hie\u00df es, das Paradies sei am Ende der Welt und f\u00fcr die Menschen im Mittelalter war die K\u00fcste Galiziens das &#8222;Ende der Welt&#8220;: Finisterre nannte man diese Region auch. Niemand war je weiter gekommen.<\/p>\n<p>Den <strong>Jakobspilger<\/strong> selbst zeichnen folgende Insignien aus, die erstmals und mit ihrer symbolischen Bedeutung im Liber Sancti Jacobi genannt wurden: die Jakobsmuschel, ein Lederbeutel f\u00fcr Proviant, ein Pilgerstab. Weiterhin geh\u00f6rten zur Ausstattung eines Pilgers ein Umhang und ein breitkrempiger Hut als Schutz gegen die Sonne und den Regen sowie eine Kalebasse f\u00fcr Wein oder Wasser.<\/p>\n<p>Europaweit gilt als Wegzeichen f\u00fcr <strong>\u201eJakobsweg\u201c<\/strong> und <strong>\u201eWege der Jakobspilger\u201c<\/strong> eine <em><strong>Muschel<\/strong><\/em>, die nach dem Apostel Jakobus benannte Jakobsmuschel.<\/p>\n<p>Waren es bis zum 13.Jh. die Jakobsmuscheln, die Zeugnis ablegen konnten \u00fcber eine tats\u00e4chliche Pilgerfahrt ans Grab des Apostels analog seines ausgef\u00fcllten Pilgerausweises, \u00e4nderte sich dies nun durch die <strong>\u201eLa Compostela\u201c<\/strong>, ein Beglaubigungsschreiben, das die Pilgerreise beurkundet (diese Tradition ist bis heute erhalten). Die ersten <strong>Santiago-Pilger<\/strong> waren Adlige und hohe Geistliche, so wissen wir z.B. auch von einer Pilgerreise von Giovanni Battista Bernardone, dem <strong>Hl. Franz von Assisi<\/strong>. Das einfache Volk machte sich aber ebenfalls recht schnell auf einen camino in Richtung Apostelgrab Sant Jago \/ Sanctus Iacobus ( dt.: heiliger Jakob).<\/p>\n<p>Der <strong>\u201eLiber Sancti Jacobi\u201c<\/strong> (Buch des Heiligen Jakobus ) oder gebr\u00e4uchlicher <strong>\u201eCodex Calixtinus\u201c<\/strong> oder <strong>\u201eCodex Calixtus\u201c<\/strong>, eine Sammlung von Handschriften \u00fcber den Apostel Jakobus aus dem 12. Jh. Neben Predigten, Wunderberichten und liturgischen Texten enth\u00e4lt das Jakobsbuch einen Pilgerf\u00fchrer f\u00fcr die Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela, das unter dem Werk Liber Peregrinationis bekannt ist. <strong>Jakobus<\/strong> wurde als Schutzheiliger im Kampf gegen die Ungl\u00e4ubigen angerufen, war analog der Legende <strong>\u201ehimmlischer Mitk\u00e4mpfer\u201c<\/strong> gegen die Mauren, und der <strong>Matamores<\/strong> wurde nach Vertreibung dieser von der iberischen Halbinsel Symbolfigur der Reconquista, der <strong>Schutzpatron von Spanien<\/strong> und auch ganz allgemein der <strong>Schutzpatron aller Pilger und Wallfahrer<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Legenden:<\/strong><\/p>\n<p><strong>JAKOBSWEG: Sagen, Mythen und Legenden<\/strong><br \/>\nWer den Jakobsweg schon einmal gelaufen ist, wei\u00df von seiner Mystik und der Faszination, die Jahr um Jahr tausende Pilger anzieht. Der Weg nach Santiago de Compostela ist voller Abenteuer. Und so begegnen dem Pilger auf seiner Reise von den Pyren\u00e4en in Frankreich bis ins ca. 800 km entfernte Santiago de Compostela viele Geschichten, Sagen, Mythen und Legenden. Von den vielen sagenhaften Legenden, die sich auf diesem heiligen Weg ereignet haben sollen, habe ich ein paar aufgelistet. Bei jenen, die den Camino bereits gegangen sind, wecken die Geschichten zahlreiche Erinnerungen. F\u00fcr alle, die noch davon tr\u00e4umen und sich in naher Zukunft auf den Weg machen m\u00f6chten, sind die Erz\u00e4hlungen eine wunderbare Einstimmung auf den sch\u00f6nsten Pilgerweg der Welt.<\/p>\n<p><strong>Jakobsmuschel und gelber Pfeil<\/strong> sind die typischen Orientierungshilfen entlang des Camino Santiago. Don Elias Vali\u00f1a Sampedro begann in den ersten 1980er Jahren, den Camino Franc\u00e9s in Nordspanien mit gelben Pfeilen als Wegweiser zu markieren.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Im Laufe der Zeit entstanden auch mit Hilfe von Jakobspilgern die mittlerweile weltber\u00fchmten \u201egelben Pfeile\u201c, die auf Meilensteine, B\u00e4ume, Stra\u00dfenasphalt, Laternen usw. gemalt wurden (und werden) und deren Wegabschnitte mit den historischen Jakobspilgerwegen \u00fcbereinstimmen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><strong>Jakobsmuschel &#8211; <\/strong>Ein junger Adliger ritt dem Schiff entgegen, das den Leichnam des Apostels Jakobus nach Galicien brachte, und versank dabei in den Fluten. Santiago half ihm wieder ans rettende Ufer, doch war er und sein Pferd nun vollkommen mit Muscheln bedeckt.<\/p>\n<p><strong>Kloster San Juan de la Pena<\/strong> &#8211; Das Kloster San Juan de la Pena auf dem aragonischen Jakobsweg in Spanien<br \/>\nDas Kloster wurde auf einer Bergspitze in und um einen Felsvorsprung errichtet. Gegr\u00fcndet wurde das heute noch sehr gut erhaltene, ehemalige Benediktiner Kloster im 9. Jahrhundert. Einer \u00dcberlieferung zufolge kamen im Mittelalter zahlreiche Jakobsweg Pilger nach San Juan de la Pe\u00f1a, um den Heiligen Gral zu bewundern, der hier einige Jahrhunderte aufbewahrt worden sein soll. Aus diesem Grund war und ist das Kloster San Juan de la Pe\u00f1a ein wichtiger Punkt auf dem aragonesischen Jakobsweg in Spanien.<\/p>\n<p><strong>Covadonga<\/strong> &#8211; Nach der Legende trug Pelayo in der Schlacht ein Kreuz aus Eichenholz, das er sich aufgrund einer Vision selbst geschnitzt hatte (nach einer anderen Version bekam er es von einem Eremiten). Dieses einfache Kreuz wurde zum Siegessymbol angesehen. Deshalb ist es auch im Wappen Asturiens und dem von Cangas de On\u00eds, dort \u00fcber dem besiegten Halbmond. In Oviedo wird das &#8222;Cruz de la Victoria&#8220; gezeigt, das 908 von Alfonso III. gestiftet wurde.<\/p>\n<p><strong>Roncesvalles &#8211;<\/strong>Irgendwo in den H\u00f6hlen des Mont Sauvage, des wilden Berges, w\u00fcrde der &#8222;Heilige Gral&#8220; aus seine Entdeckung warten. Die Madonna von Roncesvalles soll von einen Hirsch, an dessen Geweih 2 Sterne schimmerten, einem Sch\u00e4fer gezeigt worden sein. Der Hirsch f\u00fchrte den Sch\u00e4fer zu einer verborgenen Quelle, aus der himmlische Musik erklang. Eines Abends erblickten einige Sch\u00e4fer einen Hirsch, an dessen Geweih zwei Sterne gl\u00e4nzten. Diesem Hirsch folgten sie und gelangten an eine Quelle, aus der geheimnisvolle Akkorde erklang. Der Hirsch verschwand. Dieses Wunder wiederholte sich. Da benachrichtigten die Sch\u00e4fer den Bischof von Pamplona. Dieser glaubte aber den Sch\u00e4fern nicht. Im Traum erschien ihm ein Engel im Traum und befahl ihm, bei der Quelle graben zu lassen. An dieser Quelle wurde dann tats\u00e4chlich die Madonna von Roncesvalles aufgefunden.<br \/>\nDie Madonna soll auf wundersame Weise in die Kirche gelangt sein: Ein Sch\u00e4fer sah abends einen Hirsch, an dessen Geweih 2 Sterne gl\u00e4nzten. Er folgte dem Hirsch und gelangte so zu einer Quelle, aus der eine zauberhafte Melodie erklang. Der Hirsch verschwand, als h\u00e4tte er sich in nichts aufgel\u00f6st. Verwirrt ging der Hirt zur\u00fcck. Am n\u00e4chsten Abend wiederholte sich dieses. Nach dem 3. mal benachrichtigte der Sch\u00e4fer den Bischof von Pamplona. Dieser veranla\u00dfte eine Untersuchung. Dabei wurde die silberne Madonna von Roncesvalles gefunden. Dies soll sich im 9.Jh. zugetragen haben.<\/p>\n<p><strong>Obanos &#8211; <\/strong>Das adelige Geschwisterpaar Felicia und Guillermo (Wilhelm) hatte eine Santiago-Wallfahrt unternommen. Auf dem Heimweg entschlo\u00df sich Felicia, das Hofleben aufzugeben und auch der Heirat zu entsagen. Als Eremitin wollte sie in den Bergen ein gottgef\u00e4lliges Leben f\u00fchren. Bei dem Versuch, sie daran zu hindern erschlug ihr Bruder sie ungewollt. Zur Bu\u00dfe schickt ihn der Papst nochmals nach Santiago, doch Wilhelm war damit nicht zufrieden. Er zog sich, wie es seine Schwester vorhatte, als Einsiedler in die Berge zur\u00fcck und beschlo\u00df dort auch sein Leben. Er wurde der Schutzheilige dieser Gegend. &#8211; In der Woche nach Ostern werden Wein und Wasser \u00fcber sein silbernes Sch\u00e4delreliquiar gegossen, dessen Ber\u00fchrung schon zu vielen Wunderheilungen gef\u00fchrt hatte. <strong>\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p><strong>Pamplona &#8211; <\/strong>Pamplona soll die erste Festung gewesen sein, die sich Kaiser Karl dem Gro\u00dfen in den Weg gestellt hatte. Da ihre Festungsmauern so gro\u00df und stark waren, da\u00df Karl sie nicht einnehmen konnte, half ihm der hl. Jakobus. Er ersch\u00fctterte die W\u00e4lle und lie\u00df sie einst\u00fcrzen, wie einst die von Jericho.<br \/>\nUm das Jahr 1100 unternimmt eine ganze franz\u00f6sische Familie, Vater, Mutter und die Kinder, eine Wallfahrt nach Santiago. In Pamplona machen sie Station und es stirbt hier die Ehefrau. Der Wirt nimmt dem Mann nicht nur sein Geld, sondern auch das Pferd, das die Kinder trug. Somit mu\u00dfte der Vater auf seinem weiteren Wege die Kinder auf seinen Schultern tragen. Unterwegs trafen sie einen Mann, der ihm seinen Esel f\u00fcr die Kinder leiht. In Santiago beteten sie vor dem Grab des Apostels. Da trat ein Mann hinzu und sagte: &#8222;Ich bin der Apostel Jakobus. Ich habe dir meinen Esel geliehen und ich leihe ihn dir nochmals, damit du heimkehren kannst. Auch sollst du wissen, da\u00df der Wirt, der dir so B\u00f6ses angetan hat, tot ist und du alles wiederbekommst, was dir geh\u00f6rt.&#8220; Tats\u00e4chlich erhielt er in Pamplona seine Habe zur\u00fcck. Kaum waren aber die Kinder von dem Esel abgestiegen, da verschwand das Tier auch.<\/p>\n<p><strong>Monte Perdon &#8211;<\/strong>Ein Pilger schleppte sich in gro\u00dfer Hitze den steilen Weg zum Monte Perdon hinauf. Als er den Durst kaum noch ertragen konnte, erschien ihm der Teufel als Santiago-Pilger verkleidet und versprach dem Durstigen k\u00f6stliches, kristallklares, k\u00fchles Wasser. Der Pilger m\u00fcsse daf\u00fcr nur die Jungfrau Maria oder wenigstens den Apostel Jakobus verleugnen. Dieser jedoch widerstand trotz seines qu\u00e4lenden Durstes dieser Versuchung und hielt an seinem Glauben fest. Der hl. Jakobus lie\u00df ihm als Dank beim Gipfel eine Quelle entspringen, die noch heute sprudelt. Nach einer anderen \u00dcberlieferung kam der Glaubensprobe ein weiterer Pilger hinzu und schleppte den Entkr\u00e4fteten zu einer verborgenen Wasserquelle. Dort sch\u00f6pfte er mit seiner Jakobsmuschel Wasser. Ehe sich der Genesene bedanken kann, ist sein Retter verschwunden. Es war der Apostel Jakobus selbst.<\/p>\n<p><strong>Santa Maria de Eunate<\/strong> &#8211; Die Kirche wurde in der zweiten H\u00e4lfte des 12. Jahrhunderts errichtet. Ihr Bau f\u00e4llt zeitlich mit einem Aufschwung des Jakobswegs zusammen. Ein Gro\u00dfteil der Hypothesen \u00fcber den Ursprung der Kirche basiert auf dem Gedanken der Friedhofsfunktion f\u00fcr auf dem Weg verstorbene Pilger. Das im romanischen Stil gehaltene Geb\u00e4ude hat einen achteckigen Grundriss, ist von einem Kreuzgang umgeben und wird durch eine f\u00fcnfeckige, im Inneren halbrunde Apsis vervollst\u00e4ndigt. Das Dach ist mit Steinplatten gedeckt. Au\u00dfen sind vor allem die f\u00fcnfeckige Apsis und die beiden Portale bemerkenswert, die mit Tier- und Pflanzenreliefs verziert sind.<\/p>\n<p><strong>Puente la Reina &#8211; <\/strong>Von Zeit zu Zeit taucht in der N\u00e4he von Puente la Reina ein Vogel einer in dieser Gegend nicht heimischen Art auf. Er trippelt zum Flu\u00df hinab, netzt im Wasser seine Fl\u00fcgel und fliegt dann hinauf zum Bildnis der Jungfrau Maria, das sich auf der Br\u00fcckenbr\u00fcstung erhebt. Er s\u00e4uberte es, ohne sich von der schwatzenden Menge, die sich versammelt, um ihn zu sehen, beirren zu lassen. Er tut seine Arbeit, als sei kein Mensch zu dieser Arbeit bereit. Nach ein paar Stunden flog er wieder fort, verschwand in den L\u00fcften, und jahrelange sieht man ihn nicht wieder. Wenn er kommt, gilt dies als Zeichen daf\u00fcr, da\u00df gute Zeiten bevorstehen, und das Volk freut sich dar\u00fcber.<\/p>\n<p><strong>Estella &#8211; <\/strong>1270 soll ein armer griechischer Pilger an den Strapazen der Wallfahrt gestorben sein und in Estella begraben worden. \u00dcber dem Grab war ein merkw\u00fcrdiger Schein zu sehen. Bei den Nachforschungen wurde festgestellt, da\u00df es sich bei dem verstorbenen Jakobspilger um Bischof Patras handelte, der eine wertvolle Reliquie des hl. Andreas mit sich f\u00fchrte, die er als Geschenk nach Santiago bringen wollte. Seither wird diese Reliquie in San Pedro de la R\u00faa ein einem gro\u00dfen silbernen Reliquienschrein aufbewahrt und der hl. Andreas zum Schutzpatron der Stadt ausgerufen.<\/p>\n<p><strong>Najera &#8211; <\/strong>Der K\u00f6nig von Navarra ging mal wieder auf Falkenjagd. Als er eine Taube sah, schickte er seinen Falken hinter ihm her. Die Taube entflieht in eine Grotte und der Falke folgt ihr. Als der J\u00e4ger den beiden V\u00f6geln nachsetzt, da findet er die H\u00f6hle in ein strahlendes Licht getaucht und eine Marienbild, unter dem die Taube mit dem Falken friedlich vereint nebeneinander sitzen. Das Bild wurde aus der H\u00f6hle genommen und in der Mitte des prachtvollen Altaraufbaus der romanischen Kirche in Najera aufgestellt, wo es noch heute die Pilger bestaunen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Santo Domingo de la Calzada &#8211;<\/strong> Eine Familie pilgerte im 14. Jahrhundert nach Santiago. In Santo Domingo versuchte die Magd des Wirtshauses den Sohn Hugonell zu verf\u00fchren. Dieser wies sie jedoch zur\u00fcck, worauf hin sie sich f\u00fcr die Zur\u00fcckweisung r\u00e4chte, in dem sie ihm einen Silberbecher in sein Gep\u00e4ck steckte und ihn am n\u00e4chsten Morgen des Diebstahls bezichtigte. Der junge Mann wird festgenommen und geh\u00e4ngt, doch bevor die Eltern die Reise vortsetzten, vernahmen sie seine Stimme, er h\u00e4nge am Galgen, lebe aber noch, da er vom heiligen Jakobus noch an den Beinen gehalten wird &#8230; &#8230; die Eltern eilten sofort zum Richter, der im Wirtshaus gerade ein Huhn und einen Hahn verspeiste. Auf die Erz\u00e4hlung der Eltern lachte dieser herzhaft mit der abf\u00e4lligen Bemerkung, ihr Sohn sei genauso lebendig wie die beiden V\u00f6gel auf seinem Teller. Kaum gesagt, w\u00e4chst denen neues Gefieder und sie fliegen davon &#8211; womit die Unschuld des Sohnes bewiesen war.<\/p>\n<p><strong>Villafranca Montes de Oca &#8211; <\/strong>Der Herzog der Gascogne verm\u00e4hlte sich, es blieb ihm viele Jahre sein Erbe versagt. Da unternahm der Herzog eine Wallfahrt nach Santiago, kehrte zur\u00fcck und im kommenden Jahr gebar seine Gemahlin das Wunschkind. Als der Junge 15 Jahre alt war, brach der Herzog mit seiner ganzen Familie nach Santiago auf, wie er es gelobt hatte. In den Oca-Bergen erkrankte der Junge und starb. Bei der Beerdigung schrie die Herzogin wie wahnsinnig: &#8222;Seliger Jakobus! Da dir Gott, der Herr die Macht gegeben hatte, mir einen Sohn zu schenken, so bitte ich dich, gib mir mein Kind zur\u00fcck. Tust du es nicht, so t\u00f6te ich mich!&#8220; Da wurde vom hl. Jakobus wieder zum Leben erweckt und erhob sich aus dem Sarg. Er erz\u00e4hlte, wie er 2 Tage lang an der Brust des Apostels war und auf Zeichen Jesu wieder zur\u00fcckgegeben wurde. Traurig sagte er: &#8222;Dort oben ging es mir viel besser. Ich wollte, ich h\u00e4tte nicht zur Erde zur\u00fcckkehren m\u00fcssen.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Burgos<\/strong> &#8211; In der Kathedrale von Burgos ist ein Christus zu sehen, der von Nikodemus gefertigt haben soll. Die Christusfigur soll in einer Kiste aus dem Meer gefischt worden sein, die ein Kaufmann aus Burgos in Flandern erwarb. In seine Heimat zur\u00fcckgekehrt schenkte er diese Christusdarstellung den Augustinern. Manchmal schwitze diese Figur und Manier, der Schneider aus der Picardie, schreibt sogar, da\u00df diesem Christus der Bart geschoren und die N\u00e4gel geschnitten werde.<\/p>\n<p><strong>Carrion des los Condes &#8211; <\/strong>Es sollten 100 Jungfrauen aus der Gegend um Carrion des los Condes dem Sultan als Tribut gegeben werden. Die M\u00e4dchen weinten, doch unbeeindruckt f\u00fchrte der Tributeintreiber sie ab. Da erschienen 2 Stiere und retteten die Jungfrauen. Sie konnten in ihre Heimatorte zur\u00fcckkehren. Best\u00e4rkt durch dieses Wunder verweigerten die Einwohner weitere derartige Tribute.<\/p>\n<p><strong>Clavijo &#8211; <\/strong>100 Jungfrauen sollten als Tribut an die Mauren bezahlt werden. Die Verlobte des Ritters Osorio war eine von ihnen. Sie zog sich mit der Begr\u00fcndung nackt aus: &#8222;Solange ihr euch wie \u00e4ngstliche Weiber benehmt, brauche ich mich meiner Nacktheit doch nicht zu sch\u00e4men. Wenn aber mit den maurischen Schergen richtige M\u00e4nner hier erscheinen, werde ich mich sofort wieder anziehen.&#8220; Dadurch aufgestachelt st\u00fcrzte der Ritter Osorio mit seinem Gefolge &#8211; entgegen den Willen des zaghaften Ramiro I. &#8211; gegen die herannahenden Mauren. Durch die tatkr\u00e4ftige Unterst\u00fctzung des hl. Jakobus wurde diese Schlacht siegreich gewonnen. Im nahen Dorf Sorzano erinnert allj\u00e4hrlich am 15.Mai eine Prozession junger M\u00e4dchen an diesen Jungfrauentribut.<\/p>\n<p><strong>Sahagun &#8211; <\/strong>Bei der Schlacht um Sahagun fanden einige Ritter ihre Lanzen am n\u00e4chsten Morgen belaubt. Karl wurde geoffenbart, da\u00df diese in dieser Schlacht die M\u00e4rthyrerpalme erlangen sollen.<br \/>\nIn Sahagun hat sich das Lanzenwunder Karl des Gro\u00dfen ereignet.<br \/>\nIn Sahagun werden die hl. M\u00e4rtyrer Facundus und Primitivus verehrt. Deren Basilika wurde von Kaiser Karl dem Gro\u00dfen errichtet.<\/p>\n<p><strong>Leon &#8211; <\/strong>Mit der Auffindung der Gebeine des hl. Isidor ist auch eine Legende verbunden. Nachdem K\u00f6nig Fernando f\u00fcr sich und seine Gemahlin Sancha eine Kirche f\u00fcr seine zuk\u00fcnftige Grabkammer erbaut hatte, wollte er noch eine Reliquie haben. Er dachte dabei an die Gebeine der M\u00e4rtyrin Justa. Er schickte die Bisch\u00f6fe von Leon und Astorga nach Sevilla zu den Arabern, um bei ihnen danach zu suchen und sie als einen Teil der Tributzahlung nach Leon zu holen, denn er war inzwischen so m\u00e4chtig, da\u00df er von den Arabern Tribut abverlangen konnte. Die Bisch\u00f6fe konnten aber die Gebeine der M\u00e4rtyrin nicht finden. Mit leeren H\u00e4nden konnten sie jedoch nicht zum K\u00f6nig zur\u00fcckkehren. Da erschien der hl. Isidor dem Bischof Alvito im Schlaf und sagte ihm die Stelle seines Grabes an. Auch prophezeite er dem Bischof, da\u00df er Leon nicht mehr sehen werde, denn er werde innerhalb einer Woche sterben. Wie getr\u00e4umt geschah es auch. Die Gebeine des hl. Isidor wurden an der angegebenen Stelle gefunden und der Bischof verstarb binnen Wochenfrist.<\/p>\n<p><strong>Hospital d\u00e9 Orbigo<\/strong> &#8211; Diese Br\u00fccke f\u00fchrt direkt nach Hospital d\u00e9 Orbigo. Am 10. Juli 1434 (ein Heiliges Jakobusjahr) musste der leoner Ritter Suero de Quinones wegen einer Verpflichtung einer Dame gegen\u00fcber &#8222;300 Lanzen brechen&#8220;. Das Lanzenstechen dauerte bis zum 9. August. Der Ritter wurde verletzt und unternahm die Pilgerschaft nach Santiago, wo in der Reliquienkapelle noch das blaue Band der Dame, mit einer Liebeserkl\u00e4rung darauf, zu sehen ist.<\/p>\n<p><strong>Astorga<\/strong> am Jakobsweg &#8211; Die Stadt am Jakobsweg (13.000 Einwohner) liegt zwischen Le\u00f3n und der Grenze nach Galicien und besitzt eine r\u00f6mische Mauer, den von Antoni Gaud\u00ed geschaffene Bischofspalast und die benachbarte Kathedrale.<\/p>\n<p><strong>Rabanal del Camino &#8211;<\/strong>Die &#8222;Cr\u00f3nica de Anseis&#8220; erz\u00e4hlt von dem fahrenden Ritter Aneis von Karthago aus dem Gefolge Karls des Gro\u00dfen. In Rabanal del Camino soll er Hochzeit mit der Tochter eines Maurenk\u00f6nigs gehalten haben.<\/p>\n<p><strong>Foncebadon &#8211; <\/strong>Ein junger Mann begegnete in Paris dem Tod. Erschrocken wendet er sich an den Pfarrer, der ihm zu einer Wallfahrt nach Santiago r\u00e4t, um dem Sensenmann zu entgehen. Bei Foncebadon, in der N\u00e4he des &#8222;Cruz de Ferro&#8220; trifft der Pilger den Tod wieder. Dieser sagt zu ihm: &#8222;Jetzt endlich ist meine Stunde gekommen. Hier sollte ich dich heimholen nach dem Willen Gottes. Deshalb habe ich hier auf dich gewartet schon lange Zeit. Wie erstaunt war ich, als ich dich vor Monaten in Paris getroffen haben. Gepriesen sei Gott.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Cruz de ferro<\/strong> -Das Cruz de ferro, das Eisenkreuz auf einem ca. 5m hohen Holzmast. Der Pilger nimmt von zu Hause einen Stein mit um ihn hier abzulegen. Er nimmt symbolisch etwas mit, um sich dann f\u00fcr immer davon zu trennen. &#8222;Lang genug hat er sein P\u00e4ckchen getragen!&#8220;<\/p>\n<p><strong>Eucharistisches Wunder &#8211; <\/strong>Angefangen hat diese Wallfahrt nach einem Wunder, an das ein Kelch und eine Patene, ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert, erinnern, die in der Kirche aufbewahrt werden: Ein Bauer aus einem nahe gelegenen Ort war zum Cebrero aufgestiegen, um dort die Messe zu h\u00f6ren. Der Priester, offensichtlich weniger gl\u00e4ubig als der Bauer, machte sich innerlich lustig \u00fcber den einf\u00e4ltigen Mann, der sich f\u00fcr einen Gottesdienst der M\u00fche dieses weiten und beschwerlichen Weges unterzogen hatte. Doch wurde er bald eines besseren belehrt, als nach der Wandlung im Kelch Blut aufsch\u00e4umte und \u201ewahres Fleisch\u201c auf der Patene lag. Dieses Eucharistische Wunder erweckte h\u00f6chstes Aufsehen: Die Katholischen K\u00f6nige, die auch das nach ihnen benannte Hospiz neben der Kathedrale in Santiago erbauen lie\u00dfen \u2013 die n\u00e4mlichen, die Christoph Kolumbus\u2019 Expedition finanzierten* &#8211; stifteten 1486 f\u00fcr die Kirche in Cebrero einen Reliquienschrein. In ihm werden die \u201eReliquien\u201c dieses Blutwunders, Patene und Kelch, aufbewahrt, zusammen mit zwei Goldfl\u00e4schchen und darinnen das Blut. Bauer und Priester haben gemeinsam in der Kirche ihre letzte Ruhest\u00e4tte gefunden.<\/p>\n<p><strong>Queimada\u00a0Alkoholisches Getr\u00e4nk (Orujo)<\/strong> &#8211; Queimada ist ein sehr Alkoholisches Getr\u00e4nk (Orujo) Getr\u00e4nk, dass im Wesentlichen mit Zucker versetzt, flambiert und dann heiss getrunken wird. Der Legende nach, haben die Krieger damals Orujo getrunken um sich Mut zu machen. Als eine Festung eines Tages belagert und in brand gesetzt wurde, brannte auch der hochprozentige Orujo in einer Schale. Mit dem naheliegenden Zucker haben sie den Brand gel\u00f6scht und bemerkt, dass er nun viel besser schmeckt und noch mehr Wirkung zeigt! So entstand das Rezept.<\/p>\n<p><strong>Lavacolla<\/strong> &#8211;\u00a0Lavacolla ist ein kleiner Ort am Jakobsweg 12,6 km vor Santago de Compostela in der Provinz A Coru\u00f1a der Autonomen Gemeinschaft Galicien. Die historische Bedeutung des Ortes ist eng mit dem Jakobsweg verbunden: hier mussten sich die Pilger reinigen, bevor sie nach Santiago einzogen.<\/p>\n<p><strong>Der letzte Wegweiser des Jakobswegs findet sich in Finisterre &#8211; <\/strong>Rund 80 Kilometer ist Finisterre von Santiago de Compostela entfernt, dem Ziel des Jakobswegs und dennoch findet sich in Finisterre ein letzter Wegweiser, versehen mit der charakteristischen Jakobsmuschel. Einziger Unterschied ist die Kilometerangabe, denn anstatt genauer Zahlen, ist nur eine Null zu finden. \u00dcber die Jahre hinweg wurde es zum Brauch, nach dem Besuch der Kathedrale von Santiago de Compostela noch die letzte Reise zum Ende der Welt zu machen. Die Tradition der Pilger verlangt es, die selbst von einigen Pilgern heute noch ausgef\u00fchrt wird, am Leuchtturm ein Teil seiner Sachen zu verbrennen, um den neuen Abschnitt im Leben zu markieren. Danach soll ein Neuanfang m\u00f6glich sein und das alte Leben ist sozusagen ausgel\u00f6scht oder ausgebrannt.<\/p>\n<p><strong>Finisterre &#8211; <\/strong>Rund 80 Kilometer ist Finisterre von Santiago de Compostela entfernt, dem Ziel des Jakobswegs und dennoch findet sich in Finisterre ein letzter Wegweiser, versehen mit der charakteristischen Jakobsmuschel. Einziger Unterschied ist die Kilometerangabe, denn anstatt genauer Zahlen, ist nur eine Null zu finden. \u00dcber die Jahre hinweg wurde es zum Brauch, nach dem Besuch der Kathedrale von Santiago de Compostela noch die letzte Reise zum Ende der Welt zu machen. Die Tradition der Pilger verlangt es, die selbst von einigen Pilgern heute noch ausgef\u00fchrt wird, am Leuchtturm ein Teil seiner Sachen zu verbrennen, um den neuen Abschnitt im Leben zu markieren. Danach soll ein Neuanfang m\u00f6glich sein und das alte Leben ist sozusagen ausgel\u00f6scht oder ausgebrannt.<\/p>\n<p><strong>Muxia<\/strong> &#8211; In der N\u00e4he des Cabo Finisterre, auf der s\u00fcdlichen Seite der R\u00eda de Camari\u00f1as, sind eine Reihe von Kl\u00f6stern und Kirchen an ganz besonderen Orten zu finden. An der Punta da Barca erhebt sich die Ermita de Nuestra Se\u00f1ora de la Barca, eine Kirche, die von einigen Pilgern auf dem Sternenweg als das eigentliche Endziel der Pilgerreise durch Europa angesehen wird. Die heutige Kirche ist im 18. Jahrhundert erbaut worden. Doch schon von den Kelten wurde dieser Ort als Kultort genutzt.<\/p>\n<p><strong>Die Jakobsmuschel<\/strong> geh\u00f6rt schon seit Urzeiten zur Tradition des Jakobswegs und ist Erkennungszeichen aller Pilger. In fr\u00fcheren Zeiten holten sich die Pilger ihre Muschel in Finisterre. Kann man sie heutzutage ganz einfach in Santiago de Compostela, oder anderen Stationen auf dem Jakobsweg kaufen, so mussten die Pilger fr\u00fcher die beschwerliche Reise nach Finisterre auf sich nehmen. Erst dort konnten sie sich eine der Jakobsmuscheln aus dem Meer holen, als Beweis, dass sie den langen Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela gemeistert haben. Finisterre wurde somit zum eigentlichen Ziel des Pilgerweges und heute noch ist der Leuchtturm auf den Klippen das Ziel vieler Pilger.<\/p>\n<p><strong>La Compostela &#8211;\u00a0<\/strong>La Compostela ist der Name der offiziellen Urkunde, die die Kathedrale von Santiago denjenigen ausstellt, die, den Pilgerweg aus religi\u00f6sen Motiven (in einem Jubeljahr oder nicht) absolviert haben. Voraussetzung f\u00fcr die Ausstellung der Urkunde ist die Absolvierung eines Teils des Jakobswegs zu Fu\u00df, mit dem Fahrrad oder zu Pferd, was bei der Ankunft nachzuweisen ist (mindestens 100 Km zu Fu\u00df oder zu Pferd und nicht weniger als 200 Km mit dem Fahrrad). La Compostela wird auch jenen gew\u00e4hrt, die mindestens 40 Seemeilen auf dem Wasser zur\u00fcck gelegt haben und von Padr\u00f3n bis Santiago de Compostela zu Fu\u00df gepilgert sind.<br \/>\nDer Nachweis der Wallfahrt erfolgt auf dem Beglaubigungsschein des Pilgers, der mit den Stempeln oder Unterschriften der Pfarr\u00e4mter, Herbergen, Hospize, Pilgerunterk\u00fcnfte oder von Amtspersonen der Orte entlang des Pilgerwegs versehen wird.<br \/>\nIst man nicht im Besitz eines solchen Beglaubigungsscheins, kann auch ein Pilgertagebuch mit den Unterschriften und Stempeln von jeder Etappe des Weges verwendet werden.<\/p>\n<p><strong>Apostelgrabes des heiligen Jakobus<\/strong>. Der Besuch des Apostelgrabes des heiligen Jakobus ist in seinen emotionalen und tiefgreifenden Empfindungen kaum zu beschreiben.<br \/>\nZuerst sieht man den Hochaltar mit der vergoldeten Figur des hl. Jakobus, die mit Ihrem Blick eine himmlische Ruhe ausstrahlt. \u00dcber dem Altarvorsatz, der aus 10 Zentner Silber gegossen wurde, steht eine romanische Holzplastik des hl. Jakobus. Sitzend, wie an der &#8222;Portico de la Gloria&#8220; h\u00e4lt er den Pilgerstab und eine Schriftrolle in den H\u00e4nden. Im 17. Jh. erhielt er als Geschenk aus S\u00fcdamerika einen barocken \u00dcberbau aus getriebenen Silberplatten, sowie auch die Edelsteine und Diamanten. \u00dcber eine Treppe kann sein R\u00fccken erreicht und gek\u00fcsst werden. Die Umarmung des hl. Jakobus wird &#8222;Acolada&#8220; genannt. Diese Statue des Jakobus, wird von den Pilgern umarmt und gek\u00fcsst, was zur Tradition der Pilger geh\u00f6rt. Dies soll Segen, Heil und Gl\u00fcck f\u00fcr das weitere Leben bringen. Dabei danken Pilger f\u00fcr die \u00fcberstandene Pilgerschaft.<\/p>\n<p><strong>Pilgermesse als Schlusspunkt der Wanderung &#8211; <\/strong>Nach den Anstrengungen vieler Tage, reicher um die Bekanntschaft mit interessanten Menschen und geschichtstr\u00e4chtigen Orten, n\u00e4hert man sich schlie\u00dflich dem Ziel. Vom Monte de Gozo, dem Berg der Freude, er\u00f6ffnet sich das Panorama von Santiago de Compostela. Nun hei\u00dft es, sich zu sputen, um die mitt\u00e4gliche Pilgermesse nicht zu verpassen. Sie ist der Schlusspunkt des Weges und tr\u00e4gt sicher zu dessen einzigartigem Zauber bei, der viele Pilger nicht losl\u00e4sst und so manchen veranlasst, den Camino wieder und wieder zu gehen.<\/p>\n<p><strong>Botafumeiro<\/strong> &#8211; Zu hohen Feiertagen oder auf Bestellung wird der ber\u00fchmte Botafumeiro durch das Querschiff geschwenkt. Es handelt sich dabei um ein etwa 1,60 m gro\u00dfes Weihrauchfass, das an einem etwa 30 m langen Seil von der Decke h\u00e4ngt und nach dem Hochamt von sechs M\u00e4nnern in Bewegung gesetzt und bis hoch unter die Decke geschwungen wird. Au\u00dfer seiner \u00fcblichen Funktion in der Liturgiefeier diente der Botafumeiro dazu, den Geruch der Pilger zu neutralisieren, die nach ihrer Wallfahrt auf dem Jakobsweg eine ganze Nacht wachend und betend in der Kathedrale verbracht hatten.<\/p>\n<p><strong>Aus den Federn gel\u00e4utet Santiago &#8211;\u00a0<\/strong> Fast jedes Kind kennt das Lied vom &#8222;Bruder Jakob&#8220;, der noch schl\u00e4ft, als die Glocken zur Messe l\u00e4uten. Wer sich hinter diesem Namen versteckt, wissen aber sicher nur wenige. Bruder Jakob ist ein fauler Pilger auf dem so genannten Jakobsweg, einem langen und verzweigten Netz von Wegen und Stra\u00dfen, die aus vielen L\u00e4ndern Europas zum spanischen Wallfahrtsort Santiago de Compostela f\u00fchren. Ziel der abertausenden Pilger aus aller Welt ist seit Jahrhunderten &#8222;Sant Iago&#8220;, der heilige Jakobus. Der \u00dcberlieferung nach soll der Apostel unter der m\u00e4chtigen Wallfahrtskirche begraben sein. Die Pilger glaubten das jedenfalls und sagten deshalb, sie z\u00f6gen zum &#8222;Wahren Jakob&#8220;. Und wenn sie morgens noch faul in ihrer Herberge lagen und die Glocken zur Messe riefen, sang man das Lied: &#8222;Bruder Jakob, schl\u00e4fst du noch? H\u00f6rst du nicht die Glocken? Bimm, bamm, bomm.&#8220; Denn es war Brauch, dass ein Pilger mit dem ersten Glockenschlag sein Nachtlager verlassen, die Messe h\u00f6ren und dann weiterziehen musste.<\/p>\n<p>Das sind nur ein paar Legenden und Geschichten zum Camino die ich aus verschiedenen Quellen zusammen gestellt habe. Vielleicht tragen diese Legenden und Geschichten am Schlusspunkt des Weges\u00a0 zu dessen einzigartigem Zauber bei, der viele Pilger nicht losl\u00e4sst und so manchen veranlasst, den Camino wieder und wieder zu gehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist der Jakobsweg? Als Jakobsweg (spanisch Camino de Santiago) wird der Pilgerweg zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Galicien, Spanien bezeichnet. Der wichtigste Teil, im 11. Jahrhundert entstanden, ist der sogenannte Camino Franc\u00e9s, der die K\u00f6nigsst\u00e4dte Pamplona, Estella, Burgos und L\u00e9on miteinander verbindet. Ein Pilgerf\u00fchrer des 12. 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